Knauf Award 2013

Innovation. Effizienz. Design.

Kategorie EnergieeffizienzPrämiert werden wegweisende Konzepte der Energieeinsparung, deren praxisgerechte Umsetzung und insbesondere auch deren Einbindung in den gestalterischen Entwurf.
Foto Knauf

Umbau der Melanchthonkirche, Hannover

1. Preis Energieeffizienz

Jurybegründung

Das Sanierungsprojekt zeichnet sich durch die äußerst gelungene Verbindung von bestandsgerechter Teil-Umnutzung, energetischer Ertüchtigung der Gebäudehülle und hoher gestalterischer Qualität aus. Die Integration neuer, erforderlich gewordener Nutzungen in den bestehenden Kirchenraum schont Ressourcen und ermöglicht den Erhalt des äußeren Erscheinungsbilds des Bauwerks. Diesem Gesamtkonzept folgend wird zur Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudes eine Innendämmung aus Knauf TecTem Insulation Board Indoor eingesetzt, die zugleich der temporären Nutzung des Kirchenraumes gerecht wird, indem sie die thermisch trägen Gebäudemassen weitgehend abkoppelt und eine schnelle Aufheizbarkeit des Innenraumes begünstigt. Besonders hervorzuheben ist die sowohl gestalterisch als auch umsetzungstechnisch hohe Qualität der Maßnahme. Ergänzend zur Verbesserung von Energieeffizienz und thermischem Komfort leistet der verwendete Rotkalk-Innenputz einen wertvollen Beitrag zur Feuchteregulierung und zum Abbau von Schadstoffen.

Objektbeschreibung

Situation:

Eine Kirche aus den frühen sechziger Jahren, die bis heute nahezu unverändert selbstbewusst in der Mitte ihrer Gemeinde, etwas erhöht vom Straßenraum auf einem baumbestandenen Grundstück steht. Aufgrund der sich verändernden Rahmenbedingungen ist die Kirchengemeinde aufgefordert den gemeindeeigenen Gebäudebestand zu verkleinern.

Ziel ist die Unterbringung des Gemeindehauses in der vorhandenen Bausubstanz bei gleichzeitigem Erhalt der Kirchennutzung.

Leitidee:

Kerngedanke des Entwurfes ist die Integration der neuen Nutzungen des Gemeindehauses in den vorhandenen Kirchenraum. Dabei wird bewusst auf Neubaumaßnahmen außerhalb der vorhandenen Kubatur verzichtet, um einerseits das qualitätsvolle und gewohnte Bild einer Kirche zu erhalten und andererseits eine ressourcen- und flächensparende Lösung zu entwickeln. Zentraler und identitätsstiftender Raum im Gesamtgebäude ist der große neu eingestellte Kirchraum, der gleichzeitig als großer Gemeindesaal genutzt werden kann.

Materialität / Fassade / Energie:

Die energetische Verbesserung des Gebäudes wird vor allem durch Dämmmaßnahmen der Gebäudehülle und dann erst durch haustechnische Verbesserungen erreicht. Um das äußere Erscheinungsbild der Kirche unangetastet zu lassen, wurden die Außenwände von der Rauminnenseite gedämmt. Das Dach wird ebenfalls mit ausreichender Wärmedämmung versehen und mit einer Kupferblechdeckung erneuert, wobei die Kubatur ohne Dachüberstände beibehalten wird. Die komplette Heizungstechnik wird erneuert und durch ein System ersetzt, welches dem neuen Gebäudestandard entspricht.

Architekt
dreibund architekten ballerstedt I helms I koblank BDA
44793 Bochum
Fachunternehmer
Martin Schwarze Stukkateurmeister
31319 Sehnde
Bauherr
Ev.-luth. Melanchthongemeinde
30173 Hannover-Bult
Knauf Kontakt
Kai Burcek, Sven Schanze (Knauf Aquapanel),
Holger Adlung, Andreas Hanel (Knauf Gips KG)
Objekt
Umbau der Melanchthonkirche Hannover
Rimpaustr. 1A
30173 Hannover-Bult
Baujahr
1961
Verwendete
Knauf Produkte
TecTem Insulation Board Indoor
Rotkalk fein als Armierungsputz
Rotkalk Fein als Oberputz

Das stille Haus, Griesheim

2. Preis Energieeffizienz

Jurybegründung

Mit seinem kompakt gehaltenen Volumen bietet das behutsam-zurückhaltend gestaltete Wohnhaus eine sehr gute Grundlage für Energieeffizienz. Fortgesetzt wird dies durch den mehrschichtigen wärmedämmenden Wandaufbau, der die Hauptkomponenten Holzrahmenbau, Knauf Warm-Wand Natur S, Außenputz und GFK-Platten vorteilhaft miteinander verbindet. Mit seiner textilartig ausgearbeiteten Oberflächenstruktur wird der Außenputz sehr bewusst und gelungen mit dem nicht-massiven Holzbau verbunden. Die maßvolle Öffnung der Südseite dient der Nutzung passiver Solarenergiegewinne in Kombination mit dem dahinter liegenden „Energiegarten“. Gleichzeitig wird einer unerwünscht starken Aufheizung im Sommerfall durch den begrenzten Verglasungsanteil und den außenliegenden Sonnenschutz aus Lochblech von Grund auf vorgebeugt. Im Sinne der Energieeffizienz hervorzuheben ist außerdem die gute Tageslichtnutzung, nicht zuletzt durch den sehr bewussten Umgang mit indirektem Nordlicht.

Objektbeschreibung

Das neue Haus steht mit seiner einfachen Form in der lauten Häuserstimmung. Es setzt den vielen Farben und Formen stille, aber nicht strenge Flächen gegenüber. So können beide miteinander leben, die Schrillen und das Stille.
Die Öffnungen haben außergewöhnliche Größen und verändern den Maßstab des Gebäudes. Die Eingangstür scheint über zwei Geschosse zu gehen. Das große Fenster zur Straße ist geschosshoch und beginnt auf Brüstungshöhe im Obergeschoss. Dahinter steckt die Belichtung von Süden bis in die Haustiefe. Zum Garten gibt es eine ganz große Fensternische, die das Haus ins Grüne öffnet. Gleichzeitig werden die Ausblicke gelenkt. Im Inneren konzentriert sich der Blick auf das Licht und die verschiedenen Raumqualitäten.
EG und OG sind über zwei Lufträume großzügig miteinander verbunden. Der Luftraum nach Süden liegt über dem Eingangsbereich. Er dient als „Energiegarten“. Der zweite Luftraum liegt mittig im Haus am großen Fenster zum Garten. Hier trifft sich die Familie zum Essen. Die einzelnen Nutzungsbereiche bilden sich im Luftraum wie eine Innenansicht ab. Der Lochblechvorhang im OG unterstützt den Eindruck der eigenen Innenwelt.
Das Warm-Wand-System von Knauf mit verputzter Oberfläche bedeutet für uns eine einfache Möglichkeit der Integration des Holzrahmenbaus in die im Baugebiet üblichen geputzten Fassaden.
Bei der Ausgestaltung der Putzoberfläche geht es uns ganz besonders darum, dem Holzbau eben nicht eine steinerne massive Anmutung zu verschaffen. Im Gegenteil wollen wir die tapetenhaften Eigenschaften des Putzes innerhalb des Wärmedämm-Verbundsystems herausarbeiten.
Ausgehend vom Bild einer „gipsbindenartigen“ Oberfläche haben wir durch Herausziehen des Gewebes eine feine, textilartige Struktur erreicht, die sozusagen die Putzbewehrung abbildet.
Ergänzend hierzu erhielt die zweigeschossige Südfassade einen Vorhang aus gelochtem Trapezblech. Der Blechvorhang verhindert den direkten Einblick, dient als Sonnenschutz und erzeugt im Innenraum schöne Lichteffekte. Um einen technisch einwandfreien Anschluss der Putzfassade an die Öffnungen zu gewährleisten, wurden die Fenster nach Fertigstellung der Putzfassade eingebaut. Die Fenster sitzen annähernd außen bündig, lediglich um die Tropfkante zurückversetzt.
Die Nischenlaibungen und die Garage wurden mit dem gleichen Putzsystem, aber als Filzputz mit kleinster Korngröße ausgeführt. Die Nischen sind durch einen weißen Farbanstrich dem Innenraum zugeschlagen. Die Garage erhielt den gleichen kieselgrauen Farbton wie das Haus.
Alle Innenwände sind mit GKF-Platten verkleidet. Sie wurden mit einer Schattenfuge von den Holzdecken abgesetzt. Dies unterstützt die Ablesbarkeit der Bauteile und deren Fügung untereinander. Gegenüber dem weißen Anstrich der Wandflächen sind die Holzbrettschichtdecken und die Holzständerkonstruktion der zweigeschossigen Fassaden unbehandelt.

Die Baukosten betragen EUR 1.095 EUR/m2 BGF.

Architekt
monika krebs architekten, 64285 Darmstadt
Fachunternehmer
HolzAktivHaus GmbH, 63633 Birstein
Knauf Kontakt
Sven Sachweh (Knauf Gips KG)
Objekt
Das stille Haus
64347 Griesheim
Verwendete
Knauf Produkte
  • Außenwand: Knauf Warm-Wand Natur S auf Holzständerkonstruktion mit Installationsebene, Innenbeplankung mit GKF-Platten
  • Außenputz Fassade: Knauf Marmorit SM 700 mit Armierungsgewebe, darauf Oberputz SM 300 (faserfrei) zur Einbringung der speziellen Oberfächenstruktur mit Armierungsgewebe, Tiefengrund Knauf Grundol
  • Außenputz Nischen und Garage: gleiches System wie oben nur als Filzputz mit kleinster Körnung
  • Fassadenanstrich: zweifach mit Knauf Marmorit Autol Siliconharz-Fassadenfarbe (biozid eingestellt) Farbton RAL 7032
  • Fensteraussparungen mit Knauf Gewebeeckwinkel-Tropfkante, Fensteranschlussprofil-Standard und Fugendichtband
  • Sockelausführung: Knauf Marmorit SM 700 als Filzputz sowie Knauf Sockeldicht
  • Innenwand: Holzständerwände beplankt mit GKF-Platten
  • Innendecke: abgehängte Decke im Erdgeschoss entlang der Treppe als Knauf Plattendecke

Studentenwohnheim, Greifswald

2. Preis Energieeffizienz

Jurybegründung

Aufgrund der denkmalgeschützten Klinkerfassade des Gebäudes wurde bei der gelungenen Sanierung eine Innendämmung aus Ständerwerk, mineralischer Dämmschicht, Dampfsperre und Innenbeplankung installiert. Der in der EnEV geforderte Mindest-U-Wert wird dadurch sogar deutlich unterschritten. Durch eine doppelte Ständerreihe entstand zwischen Dampfsperre und Innenbeplankung außerdem eine Installationsschicht für Elektro- und Heizungsleitungen, die auch deren Nachinstallation sehr erleichtert. Zudem können an der Innenbeplankung aus Knauf Diamant Platten Einrichtungen installiert werden, ohne eine Beschädigung der Dampfsperre mit den entsprechenden bauphysikalischen Problemen herbeizuführen. Diese gelungene energetische Ertüchtigung der Außenwand bei gleichzeitig hoher Denkmalverträglichkeit in Verbindung mit bauphysikalisch-konstruktiven Vorteilen kann als Beispiel gebend für vergleichbare Gebäude betrachtet werden.

Objektbeschreibung

Das Ensemble besteht aus drei Häusern in denen die Universität Greifswald ein Laborgebäude unterhielt. Nachdem die Forscher und Laboranten das Gebäude verlassen hatten standen die Gebäude, die in sich verbunden waren, eine gewisse Zeit leer. Nach einem Dachgeschossbrand wurden alle Häuser bis auf die tragenden Mauern entkernt und nach den heutigen haustechnischen und energetischen Standards neu ausgebaut. Eine zusätzliche Dämmung im Außenbereich verbot sich von selbst, da zwei der Gebäude eingetragene Baudenkmäler sind und die Klinkerfassade ganz entscheidend, zum Charakter der Anlage beiträgt.

Durch das betreuende Achitekturbüro Torsten Labs aus Falkensee war eine Innendämmung mit mineralischen Dämmplatten eines Systemanbieters geplant. Auf Nachfragen des Bauherrn und des Büro Labs konnte das ausführende Fachunternehmen in Zusammenarbeit mit Knauf dem Bauherrn eine kostengünstige Alternative anbieten, die mehrere Vorteile gegenüber der Verarbeitung mit mineralischen Platten aufweist. Durch Schaffung einer Installationsebene können gefahrlos Bilder montiert oder Kabel bei Bedarf nachgezogen werden. Die kostengünstige Ausführung erfolgte schneller und problemloser für die nachfolgenden Gewerke.

Einbindende Trockenbauwände und Decken wurden mit einer vollflächigen Ausdämmung bis 50 cm in den Raum ragend einbezogen, um Wärmebrücken zu vermeiden. Durch Knauf Insulation wurde rechnerisch der Wärme- und Feuchteschutz nachgewiesen. Dabei konnte der geforderte U-Wert für die Außenwände (EnEV-Wert 0,35 W(m²K) mit 0,26 W(m²K) deutlich unterschritten werden. Der gesamte Aufbau der Vorsatzschale mit 142 mm kann als schlanke Konstruktion bezeichnet werden. Durch ein unabhängiges Ingenierbüro für Bauphysik wurden mehrer Berechnungen vorgenommen und dem Bauherrn übergeben.

Architekt
Büro Torsten Labs
14612 Falkensee
Fachunternehmer
Akustik - Trockenbau Detlef Horn
17491 Greifswald
Bauherr
Select Werthaus GmbH
12163 Berlin
Knauf Kontakt
Jörg Schröder, Hanno Maeding (Knauf Gips KG),
Thomas Fieberg (Knauf Insulation)
Objekt
Sanierung / Umnutzung
UNIKUM Studenten Appartements im Denkmal
Soldmannstr.16/17
17489 Greifswald
Baujahr
1906
Verwendete
Knauf Produkte
  • Vorsatzschale Knauf W623 mit zusätzlicher Installationsebene
  • Knauf Diamant 15 mm
  • Knauf Insulation LDS Luftdichtheitssystem
  • Drehmontageclips für CD 60/27
  • Knauf Insulation Feuerschutz-Dämmplatte DPF 50